DIE GESCHICHTE

Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts gilt als die «goldene» Gründerzeit der Schweizer Hotellerie. Reisen und Ferien in der Schweiz waren bei der vermögenden Oberschicht Europas äusserst beliebt. Riesige Hotelpaläste entstanden zunächst an den Ufern des Genfer- und Vierwaldstättersees, später entlang der wichtigsten Verkehrsachsen und schliesslich an entlegenen Orten in den Bergen.

1880 erteilte die Gemeinde Binn dem Fiescher Hotelier Josef Speckly die Konzession zum Bau eines Gasthauses in Schmidigehischere, dem Hautport des Tales. Dieser tat sich mit Elias Walpen aus Binn und Josef Schmid aus Ernen zusammen, um das Hotel zu errichten. Noch vor dem Baubeginn im Jahr 1881 verabschiedeten sich Speckly und Walpen aus dem Konsortium und Josef Schmid blieb alleine übrig. Seine Frau, Maria Schmid geborene Kräig aus Ernen stammte aus einer reichen Familie und war offenbar die treibende Kraft hinter dem Hotelbau. Sie führte dann auch ab 1883 das Hotel, auch wenn auf den offiziellen Dokumenten der Zeit entsprechend ausschliesslich der Name ihres Gatten auftaucht.

In den ersten Jahren florierte das Geschäft hervorragend, so dass im Jahr 1897 das Hotel nach Norden erweitert werden konnte. Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges jedoch blieben die englischen Gäste fern. Die Geschäfte liefen schlecht und erholten sich auch in den folgenden Jahrzehnten kaum.

Während dreier Generationen führte die Familie Schmid das Hotel Ofenhorn in Binn. 1969 gaben sie auf: Der Erlös war zu gering, um den riesigen Erneuerungsbedarf zu decken.

Im Jahr 1972 trat die «Pro Unter und Mittelgoms AG» (PUMAG) auf den Plan, kaufte das Hotel und investierte rund eine halbe Million Franken. Das Hotel Ofenhorn erhielt eine Zentralheizung und alle Zimmer wurden mit fliessendem Wasser ausgestattet. Aber auch die PUMAG brachte das Hotel auf keinen grünen Zweig. Als die Fassade zu bröckeln und das Dach zu rinnen begann, verabschiedete sich die Aktiengesellschaft aus Binn.

Die Gemeinde Binn suchte nach einer Lösung, das Hotel Ofenhorn zu retten. Sie gründete im Jahr 1987 die Genossenschaft «Pro Binntal». Tatsächlich traten innert weniger Monate mehrere hundert Personen aus der ganzen Schweiz der Genossenschaft bei und äufneten die nötigen Mittel von über 1 Million Franken, um das Hotel zu kaufen und die Gebäudehülle zu restaurieren. 1990 war das Hotel vor dem Zerfall gerettet. Doch fehlten die Mittel, die Restaurierung der Innenräume in Angriff zu nehmen.

Erst im Jahr 2006 wagte die Genossenschaft einen neuen Anlauf, den Traum zu verwirklichen. Tatsächlich gelang es dem neuen Vorstand, die Mitglieder und mehrere Stiftungen zu begeistern, die Innenräume zu restaurieren und das Hotel mit einer klimafreundlichen Holzfeuerung auszustatten. Über 3 Millionen Franken wurden bis 2011 in die Restaurierung gesteckt. Damit konnte das Hotel zu drei Vierteln auch im Innern restauriert werden und erstrahlt wieder im Glanz der Belle Époque.

Lesetipp

Broschüre «125 Jahre Hotel Ofenhorn, Binn», 32 Seiten, viele Fotos, Genossenschaft Pro Binntal 2008 (erhältlich an der Réception oder bei der Genossenschaft Pro Binntal).

 

Kontakt

Hotel Ofenhorn
Ufem Acher 1, CH-3996 Binn
Telefon 027 971 45 45
E-Mail

Gastgeberin:
Regula Hüppi und ihr Team

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